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STMZ

Von Bern nach Montreux - statt im Zug nach Zürich

Charras weg - und der Zug fährt los.

Alles ging so schnell. Sekunden nachdem sich die Schäferhündin losgerissen hatte, schlossen sich die Türen und der Schnellzug fuhr los. Ihre Besitzerin, Ursula Brunner, erinnert sich:

Charras

„Montagabend im Bahnhof Bern. Ich war gerade dabei, mit meiner Schäferhündin Charras in den Zug einzusteigen. Plötzlich war sie weg. Sie hatte sich – völlig überraschend – von mir losgerissen. Sekunden später schlossen sich die Türen und der Zug setzte sich in Bewegung. Ich drinnen, meine geliebte Charras irgendwo draussen auf dem Perron. Schnell wurde mir bewusst, dass der Zug erst wieder in Zürich halten würde. Was tun?

Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, rief ich mit dem Handy den Auskunftsdienst an. Ich liess mir die Nummer der vermutlich zuständigen Stelle im Bahnhof Bern geben. Doch der Anruf brachte nichts. Ich wurde weiterverbunden, und wieder weiterverbunden, und nochmals weiterverbunden… Genervt gelangte ich nochmals an den Auskunftsdienst. Diesmal erhielt ich die Nummer der Schweizerischen Tiermeldezentrale STMZ. Dort wurde ich am Telefon von einer Frau freundlich begrüsst und spontan getröstet. Nachdem ich alle Angaben zum Vorfall und zu Charras gemacht hatte, versprach sie, mich sofort anzurufen, sobald sich etwas Neues ergeben würde.

Zu Hause angekommen, war ich völlig aufgelöst. Ich lag die ganze Nacht wach im Bett. Der nachfolgende Dienstag war der längste Tag meines Lebens. Alles blieb ruhig. Eine weitere schlaflose Nacht war die Folge. Auch am Mittwoch: Nichts! Meine Hoffnung sank zusehends. Dann endlich, am späten Abend, klingelt das Handy – ich war wie vom Schlag getroffen!

Am Telefon war wieder die freundliche Frau der STMZ. Sie hatte eine erfreuliche Mitteilung: In einem Tierheim in Montreux war ein Hundeweibchen abgegeben worden, dessen Beschreibung exakt auf Charras passte! Am anderen Morgen reiste ich sofort nach Montreux. Im Tierheim angekommen, fiel die Anspannung der letzten Tage endlich von mir. Es war tatsächlich meine geliebte Charras! Die Freudentränen rannen mir gleich bachweise über das Gesicht, als ich sie in die Arme nahm. Wie Charras aber die 90 km von Bern nach Montreux geschafft hatte, ist bis heute ein Geheimnis geblieben.“