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STMZ

Ausgerissen - und mit vier Jungen wieder gefunden

Ein verwilderter Lagerplatz als Lebensraum.

Eifersucht ist auch Tieren nicht fremd. Weil sich Katzenmutter Tapsi mit ihrer jüngsten Tochter Grissi nicht vertrug, nahm sie Reissaus. Frauchen erinnert sich:

Tapsi

 „Im Mai warf  Tapsi Junge. Eines der jungen Kätzchen, Töchterchen Grissi, behielten wir bei uns. In den folgenden Wochen aber zeigte sich leider, dass sich die beiden Katzendamen überhaupt nicht vertrugen. Und eines Tages kehrte Mutter Tapsi nicht mehr nach Hause zurück. Meine Suchplakate im Quartier brachten keinen Erfolg, ebenso die Vermisstmeldung bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale STMZ. Tapsi blieb spurlos verschwunden...

Bis ich ein ganzes Jahr später, Mitte August, einen Anruf von einer unbekannten Frau erhielt. Diese fütterte in einem unbewohnten Gebiet wilde Katzen. Eine davon war ihr aufgefallen, weil sie ein Halsband trug. Es gelang ihr, das Büsi einzufangen und meine Telefonnummer in Erfahrung zu bringen. Unglaublich – unsere Tapsi unter wilden Katzen! Zusammen mit der Finderin suchte ich die Stelle auf, wo sich die wilden Katzen aufhielten: Ein verwilderter Lagerplatz! Ich erkannte Tapsi auf Anhieb – sie war sofort zutraulich, liess sich streicheln. Aber der Versuch, sie einzufangen, misslang. Sie wehrte sich wie wild, kratzte und biss. Warum nur? Ob sie vielleicht wieder Junge bekommen hatte und den unwirtlichen Ort deshalb nicht verlassen wollte? Genau so war es!

Nach ein paar Tagen und vielen erfolglosen Versuchen gelang es mir und meinem Sohn, Tapsi zu folgen und ihr Geheimnis zu lüften: Im dunklen Keller eines einsamen Gebäudes blinzelten uns im Licht unserer Taschenlampen zwei kleine, ängstlich leuchtende Augenpaare entgegen. Wir schafften es, Tapsi mit leckerem Futter wegzulocken und sie endlich auch einzufangen. Dann holten wir die beiden Jungen aus dem engen Kellerloch – und fanden noch zwei weitere kleine Tigerli, die sich hinter einer Steinplatte kuschelten. Nun hatten wir die ganze Katzenfamilie zusammen.

Da Tapsi und ihre Jungen wegen Grissi nicht bei uns bleiben konnten, suchten wir für alle ein neues Zuhause. Doch nur drei Tage nach dem Auffinden der Katzenfamilie wurde Grissi von einem Auto totgefahren. Nun ist Tapsi wieder ein festes Mitglied unserer Familie. Und für die vier Kleinen fanden wir später gute Plätzchen bei Freunden und Bekannten.“